Konzert Göttinger Reihe Historische Musik 2008

"Es war überaus beeindruckend, wie die Musikerinnen die Diffizilität der alten Musik wahrten und zugleich hochbarocke musikalische Rhetorik hineinwoben. Die alles mit erstaunlichen instrumentalen Leistungen und klugem Ensemblespiel verbunden, führte dieses Konzert die "Göttinger Reihe historischer Musik" auf ein erfreulich hohes Niveau. (..)
In der Sonata terza des wenig bekannten Philipp Heinrich Erlebach berührten die zarten Melodien: die introvertierte Ouverture, die bewegte Courante und besonders die Ciaconne, von Elisabeth Wiesbauer mit innigem Strich dargeboten, dazu die noble, doch nie blasierte Gambe von Eva Neunhäuserer, die auch halsbrecherische Passagen präzise und bar jeder Hektik nahm. (..)
In Buxtehudes a- moll- Sonate zeigte die Gambenspielerin ihre Kunstfertigkeit: ein feines, über alle Saiten und Lagen ebenmäßiges Spiel.
Die Violin- Sonate HWV 372- ob von Händel oder nicht- wusste Elisabeth Wiesbauer mit Sinn für barocke Sprachlichkeit insbesondere im geistreichen Allegro in bedeutsame Musik zu überführen. Für Gunhild Alsviks dunkel timbrierten Sopran wie für ihre darstellerische Begabung war die Kantate "Un' alma innamorata" aus Händels italienischer Zeit ein dankbares Stück: Als "verliebte Seele" erlebte sie schmerzliche Eifersucht und sang keck von sorgloser Liebe. Dass hier die Geige in engem Dialog einen anderen Ton anschlägt, in großer Differenzierung gleichsam einen ernsthaften Kommentar abgibt, war eine beachtliche interpretatorische Leistung. (..)
Die Cembalistin Magdalena Hasibeder, die zuvor einfühlsam das harmonische Fundament des Ensembles legte, bewies anhand von Rudolf Jungwirths "Harpeggio" charaktervollen Gestaltungswillen- flirrend zunächst in den vollgriffigen Akkordbrechungen, irrend- irritierend im kontrapunktischen zweiten Teil. Großer Applaus, Zugabe aus Händels "Neun deutschen Arien". (..) "

Karl- Friedrich Ulrichs, Göttinger Tagblatt, 11.10.2008

 

"Höhepunkt des Programms war für mich die Sonata terza (..) von Erlebach, ein wunderschönes Stück, sehr sprechend, manchmal empfindsam und schon die Sprache C. Ph. E. Bachs vorausahnend (..), beschlossen durch eine eindrucksvolle Chaconne. Die Sonata fand durch reife, tiefgründige Darbietung des Trios eine vollendete Interpretation, die sehr berührte. Ebenfalls beeindruckend Buxtehudes Sonate a- moll (BuxWV 272), ein teilweise hochvirtuoses Stück, und das spannende Harpeggio von Jungwirth, das Hasibeder sehr transparent und präzise spielte. Insgesamt bestach das Ensemble durch sein fein abgestimmtes Zusammenspiel und die überlegene Gestaltung des Programms, das die Zuhörer in jedem Moment zu fesseln vermochte. Es war auffallend, mit welcher Lockerheit Neunhäuserer Gambe spielte, mit einem sehr angenehmen, edlen Ton, und zugleich wie Wiesbauer und Hasibeder ein hervorragendes technisches Niveau und undbedingten Gestaltungswillen offenbarte. (..) "


Dorothea Mielke- Gerdes, Toccata 40/2009

 

Konzert Internationale Händel- Festspiele Göttingen 2010

"Triphonis hatten ein Programm mit virtuoser deutscher Barockmusik aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert mitgebracht. Dabei entstand eine fruchtbare Spannung zwischen den geradezu wild- phantastischen Schöpfungen von Komponisten wie Nicolai, Krieger und Buxtehude, mit ungleich gelasseneren, vor diesem Hintergrund natürlich fliessenden Werken Händels.
Dabei stand eindeutig das virtuos- temperamentvolle Violinspiel Wiesbauers im Vordergrund (..). Selten sind derart außergewöhnliche Programme außerhalb von Festspielen zu erleben."

Michael Schäfer, Göttinger Tagblatt, 27.5.2010

 

 

Konzert Donaufestwochen Strudengau 2010

"Das relativ junge Ensemble Triphonis (..) beschenkte die Zuhörerschaft zusammen mit der norwegische Sopranistin Gunhild Alsvik- Lang mit einem kleinen Juwel eines Barockmusik- Konzertes. Klein allerdings nur auf die Größe der Besetzung bezogen, nicht auf das Programm und schon gar nicht auf dessen Wirkung! (..) Der große, allgemein akklamierte Erfolg dieses Konzertes ruhte auf mehreren Säulen. Eine klug gewählte, anspruchsvolle und farbenreiche Programmgestaltung, kultivierte und blitzsaubere Technik aller Mitwirkenden, natürlich wirkende Emotionalität und ehrliche Freude am gemeinsamen Musizieren. (..) Die Sopranistin sang (..) mit leuchtend heller Stimme, deren großer Reiz makellose Höhe in einem zarten Mezzotimbre bestand. Bestürzend, wie sie die abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit von "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir" von Förtsch gestaltete, wie sie den Verzweiflungsgesan, "Gott hilf mir" von Theile, in höchsten Tönen, kunstvoll und überwältigend schön, gen Himmel steigen ließ. Geige, Gambe und Cembalo begleiteten sie mit berührender Intensität und gestalteten instrumentale Einleitungen, wie man sie sich einfühlsamer kaum vorstellen kann. Bei Kriegers "Surgite com gaudio à tre" durfte die Sängerin zusammen mit den Instrumentalisten einen groß angelegten, himmelstürmenden Jubelschlusspunkt anstimmen. Buxtehudes "Sonata in a, BuxWV 272" schenkt Violine und Gambe einen virtuosen Auftritt, von schmelzenden Klängen bis zu rasanten Attacken, in voller Bandbreite meisterlich kraftvollen Musizierens. Magdalena Hasibeder imponierte solistisch an der herrlichen Johann Freundt Orgel der Stiftskirche- wie bei Muffats prächtiger "Toccata XII"- und gestaltete den Continuopart am Cembalo mit kunstvoller Übrlegungskraft. (..) Mit schwungvoller Eleganz und Bewegung in harmonischer Zwiesprache zwischen Geige und Gambe wartete Kriegers Sonata "terza à doi" auf. Schmelzers "Sonata 9 à doi" überließ zwar der Violine die tragende Rolle, glänzte aber dennoch durch ausgewogenen Gesamtklang und wunderbares Zusammenspiel mit Gambe und Cembalo. (..)."